Der kleine, diebische Affe namens ‚Rotklaus‘

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‚Hallo, ich bin ein Affe mit dem Namen Rotklaus‘, diese Geschichte tischte er jedem auf. Sicherlich stellt ihr euch jetzt die Frage von wem hier die Rede ist. Ich werde euch diese Frage beantworten. Es geht um einen kleinen Affen der einst in einem riesigen Zirkus Kunststücke vorführte. Rotklaus fühlte sich in diesem Zirkus nicht wohl. Immerwieder kam der Zirkusdirektor namens ‚Fieslingus‘ und trietzte ihn und scheuchte ihn herum. Von Zeit zu Zeit musste Rotklaus sogar das Klo putzen. Das gefiehl im garnicht. Er wollte etwas von der Welt sehen und nicht immer nur im Zirkuszelt herumschuften um hin und wieder einen Abend in der Manege zustehen – obwohl er ein wahrlich guter Artistenaffe war.

Eines Abends brach Rotklaus aus dem Zirkus aus. Er hielt es nicht mehr aus und schlüfte einfach durch ein kleines Loch in dem Zirkuswagen von Direktor Fieslingus. Ihn zog es zu dem Hafen – schon immer reizte ihn das große Meer welches für ihnen keinen Namen hatte. Als er dort ankam kroch er in eine Kiste mit der Aufschrift ‚New York‘. Er wusste nicht was es bedeutet und es war ihm egal. Er wusste nicht das ihm das größte Abenteuer seines kleinen Affenlebens bevorstand.

Plötzlich wurde die Kiste in der er sich befand umhergeschüttelt und in einen dunklen Raum gestellt. Rotklaus bemerkte es, weil er durch die kleinen Lichtschlitze in den Kistenwänden kein Licht mehr wahr nahm. Danach passierte für mehrere Stunden nichts. Er war sich nicht sicher ob es sich um Stunden, Tage oder Wochen handelte. Er verspürte keinen Hunger. Er hatte nämlich einen guten Vorrat Haferschleim in seinen dicken Affenwangen gespeichert. Er merkte aufeinmal wie sich die Kiste wieder in Bewegung setzte – sie schien durch die Luft gewirbelt zu werden. In dem nächsten Moment öffnete sich die Kiste und Rotklaus vernahm nur ein ‚Was ist das denn da für ein kleiner Halunke?‘ . Er machte sich schnell aus dem Staub und lief in einen nahegelegenen Park.

Zwei Tage und Nächte lebte Rotklaus nun in einem Baum. Die ganze neue Gegend war ihm unheimlich und der Haferschleimvorrat in seinen Wangen lichtete sich beträchtlich. Er brauchte demnächst neuen Haferschleim – er mochte nämlich nur Haferschleim. Hinzu kam noch, dass der Haferschleim unbedingt mit roter Lebenmittelfarbe gefärbt sein musste, denn sonst mochte Rotklaus ihn nicht.

So begab er sich also in ein kleines Geschäft in der Nähe des ihm seit zwei Tagen bekannten Parks. Er freute sich – hihi. Da er kein Geld hatte blieb ihm nur die Möglichkeit die notwendigen Lebensmittel zu stehlen. Er griff also in das Lebensmittelfarberegal und nahm rote Lebensmittelfarbe. Im nächsten Moment nahm er den Hafenschleim aus der Box gegenüber. Er konnte nicht mehr warten und musste es direkt verputzen. Noch in dem Geschäfte packte die Zutaten aus und färbte seinen Haferschleim rot. Im selben Moment bildete sich eine Menschentraube um ihn und ein hagerer Mann schritt aus der Masse hervor packte ihn am Kragen lachte laut und raute durch den ganzen Saal: ‚Schaut mal her Leute – ein echter Rotklaus!‘.

( Und die Moral von der Geschicht – wenn man Sachen klauen will, dann muss man das so machen, dass es keiner merkt, sonst bekommt man einen eigentlich unpassenden und unwitzigen Spitznamen aufgedrückt und wird in einer völlig an den Haaren herbeigezogen Geschichte erwähnt.)

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