Polizist Pablo Pappenheimer – Kapitel 2

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…Und so stand Polizist Pappenheimer vor seinem Haus, gelähmt von den markerschütternden Schreien die aus seinem Keller drangen. Nach einigen Sekunden berappelte er sich und rannte zur Tür. In diesem Moment schossen ihm allerhand Gedanken durch den Kopf: Was war geschehen? Wer war dafür verantwortlich? Hatte die Kleine im Pub ihm vorhin zugezwinkert?

Er gab sich einen Ruck und öffnete die Tür. Es kam, wie es kommen musste, sie standen sich direkt gegenüber und blickten sich in die Augen. Sie – das waren Polizist Pablo Pappenheimer und sein Erzfeind, den er schon viele Male hinter schwedische Gardinen gebracht hatte – Karl, der kleptomanische Kannibale. Lange hatte er ihn nicht gesehen, das letzte Mal im Zeltlager Stolle ’98. Dort hatte Karl kapiert, dass er sich neben der Kleptomanie auch am Kannibalismus kokettierte und so kauerte sich Karl unter einen kniehohen Kieferntisch und knabberte an Pablo Pappenheimers Popliteus. Als er es bemerkte, trat Pappenheimer Kannibalen-Karl knallhart in die Klöten, woraufhin dieser ihm grausame Rache schwor.

Und nun war der Zeitpunkt gekommen. Karl kicherte kurz und so schnell wie er aufgetaucht war, war er auch wieder verschwunden. Das einzige, was er zurücklies war ein kleiner Zettel, darauf stand: Tja, wenn dir deine Petunie nicht wichtig genug ist, dann ja vielleicht deine Brille…

In der Tat, seine Brille war ihm sehr wichtig, denn ohne sie konnte er nicht sehen. Kannibalen-Karl hatte ihm ein echtes Schnippchen geschlagen. Polizist Pappenheimer plante, am nächsten Tag in die Stadt zu fahren um sich eine neue Brille zu kaufen. Doch zunächst musste er herausfinden, was die Ursache dieser fürchterlichen Schreie war. Gesagt, getan. Pappenheimer nahm seinen ganzen Mut zusammen und rannte in den Keller, wo er etwas zu sehen bekam, wie es nicht viele Menschen von sich behaupten können: Ein Kaiserschnurrbart-Tamarin hatte sich in seinen Wäschetrockner verirrt, schaute heraus und gab jedes Mal, wenn das Gerät eine volle Drehung vollzog einen schrecklichen Schrei von sich. Nach diesem nervenaufreibenden Tag musste Polizist Pappenheimer sich aufs Ohr hauen, also kuschelte er sich in seine Galactus-Bettwäsche und schlief…

Am nächsten Morgen schwang Pappenheimer sich auf sein Fahhrad und radelte in die Stadt. Dort angekommen betrat er das Brillengeschäft und wurde sogleich freundlich begrüßt. „Hola, sie müssene Polizist Pablo Pappenheimer sein. Iche bine Fernando, der neue Optiker. Schöne sie kennene zu lernen.“, schallte es ihm entgegen. „Obacht, dieser Optiker erscheint dir etwas obskur“, ging es ihm durch den Kopf als er ohnmächtig zu Boden sank…

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