Polizist Pablo Pappenheimer – Kapitel 1

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…Es war eine finstere Nacht im ruhigen Glorensburgh und Polizist Pappenheimer war gerade dabei, in seiner Stammkneipe den wohlverdienten Feierabend einzuleiten, als der Barkeeper, Lorenz war sein Name, ihn zu sich rief – jemand hatte eine Nachricht hinterlassen.
Als Pappenheimer sich zur Theke bewegte musterte er Lorenz von oben bis unten. Er arbeitete noch nicht lange im Pub zum durstigen Lurch und schien dem Polizisten etwas merkwürdig. Vermutlich war es die Art, wie er sich ständig im Spiegel betrachtete, die eine natürliche Abneigung hervorrief – jedoch trug wohl auch die Tatsache bei, dass er ein überzeugter Nudist war. In Gedanken versunken betrachtete er die Notiz, die Lorenz ihm zugeschoben hatte…
„Wenn du deine geliebte Frau wiedersehen willst, dann bring 500 Pfund zum verlassenen Bauernhof vor der Stadt.“, las er.
Frau; das war der Name, den er drei Wochen zuvor seiner preisgekrönten Petunie gegeben hatte.  Da sie aber die Blüte ihres Lebens bereits überschritten hatte, kümmerte es ihn nicht weiter, was mit ihr geschah – schließlich war Pablo Pappenheimer niemand, der in der Vergangenheit zu leben pflegte. So bestellte er sich einen weiteren Humpen Bier und ging, wenn auch etwas verwundert, zurück zu seinem Platz in einer der Ecken des Pubs.
Polizist Pappenheimer war häufig allein. Die wichtigsten Personen in seinem Leben waren seine Haushälterin, sein schwedischer Brieffreund Ole, und Gil. Gil war ein eifriger Jungspund, der seine Freizeit damit verbrachte, seinem Ziel nachzustreben, Vorsitzender des Scotland Yard zu werden; derzeit war er als Deputy in Glorensburgh beschäftigt. Weitere soziale Kontakte hatte Pappenheimer nicht vorzuweisen, da er sich aufgrund diverser Phobien und Neurosen sehr schwer tat, neue Menschen kennenzulernen.
Er selbst sah darin kein Problem – er hatte ja Ole, dem er alles anvertrauen konnte. Das munterte ihn stets auf. Und so machte er sich bald auf den Heimweg, um seine Katze, er nannte sie – einfallsreich wie er war – Gato, zu füttern und anschließend ins Bett zu gehen.
Doch bereits als der Polizist in die Straße einbog, in der er wohnte, war es ihm klar – etwas schreckliches musste passiert sein! Und so rannte er die letzten Meter die nebelige Straße entlang. Als er an seinem Grundstück angekommen war sah er dieses merkwürdige Licht und hörte dumpfe Schreie aus dem Keller.
Pablo Pappenheimer fiel es wie Schuppen von den Augen: Sie hatten mit ihrem Rachefeldzug begonnen…

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