Saarbrügge sehen und nicht sterben

10/04/2011 by

Leben.

Ich lebe.

Atme diese Gewissheit mit jedem Atemzug ein.

Ich sitze neben Dennis im Auto,  kann mein Glück und meine Freude weder in vernünftige Worte fassen, noch in irgendeiner Art und Weise begreifen.ungehemmtes Lachen.

Den sich nähernden Tod in wortwörtlich letzter Sekunde abgehängt. Er fuhr auf der Autobahn seit Aufbruch hinter uns und pirschte sich immer näher heran, bis wir die Ausfahrt nach Saarbrücken nahmen, er diese versäumte und weiterfuhr.

Aber genug der Methaphern.

Nochmal ganz zurück zum  Anfang.

Es ist Mittwoch, und wir fahren gen Frankreich.

In einem Auto zum bersten vollgestopft mit allen möglichen überlebensnotwendigen Utensilien, wie Zelt, Isomatten,Wasser,Schlafsack ,Decken, Klamotten, Dosen voller unansehnlichen, und vermutlich genau so schmeckenden, Suppen und sonstigen Gedöns gefüllt.

Selbstverständlich hatte ich mich erneut völlig verkalkuliert, alles betreffend, denn ich hatte weder  Isomatte, noch Schlafsack, noch Löffel. Im Grunde nur eine Wolldecke und nen haufen Klamotten. Diese schlechte Planung sollte sich später noch als äusserst fatal erweisen. Zum glück war Dennis vorrausschauend genug und hatte zumindest 2 Isomatten + zelt dabei, wenn er sich in dieser Hinsicht auf mich verlassen hätte, wäre der ganze Trip wohl garnicht erst zustande gekommen bzw. Ein in einem reinen Denbakel geendet.

Die Dosen erstanden wir in einem kleine Rewe, nahe der französischen Grenze. Die Nahrungssuche war schon dass erste Problem ,da wir absolut keine Ahnung hatten was wir ohne viel Aufwand schnell hätten zubereiten können ausser Dosenfraß,denn wir hatten nur einen Gaskocher mit begrentzem Gasvorkommen im Gepäck, welcher wohl keine langen Kochsessions überstehen würde. Erster Dämpfer der Euphorie. Wie es so meine Art ist stellte ich mir die Reise als ausgeprochen einfach und komplikationslos vor… das Gegenteil war selbstverständlich der Fall.

Also wie gesagt mit zig Dosen etc. Im Gepäck ging es nun über die Grenze ins Land der Franzosen. Es war bereits dunkel geworden, aber da wir absolut keine Lust hatten die lächerlich hohe Maut zu zahlen, entschieden wir uns, mit  Hilfe meines Netbook Routenplaners, durch die Dörfer bis nach Metz zu manövrieren, was ansich noch kein großes Problem darstellte.  Einen geeigneten Ort, fürs aufschlagen des Zelts zu finden allerdings schon. Denn auf dem Weg nach Metz gabs es zwar gefühlte tausend Dörfer, allerdings keins welches eine geeignete Wiese vorzuweisen hatte. Alles was die Dörfer zubieten hatten waren mit Stacheldraht abgezäunte Weiden und Gärten. Auf einen dieser Gärten verirrten wir uns und waren kurz davor unser Camp dort zu errichten, bis wir merkten, dass es sich offensichtlich um Privatgrundstücke handelt.Wär sicher ein schönes Erwachen gewesen.

Nach Stunden der Suche und mit mittlerweile triefend nassen Schuhen fanden wir eine matschige Erdfläche zwischen einem uneingezäunten Feld und einer Art alten, scheinbar nicht mehr benutzten, Garten inklusive Gewächshäusern, und da wir beide erschöpft und müde der Suche waren, beschlossen wir  unser Zelt hier aufzuschlagen. Ging alles prima, da Dennis alles nötige dabei hatte, ich hingegen nichts . Wie gesagt, hätte man mir die Planung überlassen wär nix bei rumgekommen.

Das Zelt war schnell aufgebaut und die erste Nacht in belle france konnte beginnen. Doch dann wurde mir klar worauf ich mich eingelassen hatte. Dennis der König der Schnarchenden, wie konnte ich das nur vergessen, wie konnte ich mich nur auf so einen Trip einlassen. Während ich so über diese Zweifelhafte Entscheidung nach dachte begann Dennis auch schon, trotz lautem Vögelgeschreies, mit unerhört lautem Schnarchen, wie man es so von ihm kennt.

Ich lag also im Zelt, ohne Schlafsack, lediglich mit ner Wolldecke, da ich dachte „8° in der Nacht,dass is doch sicher richtig warm, ne Decke muss reichen“. War es dann aber doch nicht. Vielmehr war es Schweinekalt. Hinzukam, dass der unendlich harte Boden nicht nur , wie der Name schon sagt, unendlich hart, sondern auch total uneben war .Das war dann auch der Grund für mich mitten in der Nacht mit Sit-ups zubeginnen um meinen Körper aufzuwärmen. Naja was einen nicht tötet… töten einen fast. Nach ca 4 Stunden, die ich mehr oder weniger mit Schlaf verbrachte,naja eigentlich war ich vielmehr damit beschäftigt nicht zu erfrieren, was ich immer mehr für möglich hielt, war es dann an der Zeit aufzustehen.

Denn die Nacht war auch vorbei und wir konnte in der Morgendämmerung  aufbrechen.

Nach kurzem Kartoffelsalatfrühstück und etwas Katzenwäsche, zeigte ich der verschwindenden Nacht noch schnell den Stinkefinger während wir Richtung Metz fuhren.

Der Weg nach Metz war ein leichter, weil ausgeschildert. Was sich allerdings nicht als selbstverständlich erweisen sollte. Denn dann kam Metz, fucking Metz.

Lost in Metz.

Keine Metzchen.

Metz, Hauptort (chef-lieu) vom Département Lorraine.

Eigentlich ein schönes Fleckchen Erde, mit nem super Fluss mitten durch die entzückende Altstadt, märchenhaften Brücken die über diesen führten, etlichen Kirchen und Kathedralen etc. Alles schön und gut, wenn sie nicht unbedingt verhext wär. Denn nach dem Erkunden dieser cool wirkenden Stadt, wollten wir zurück zum Auto und aufbrechen Richtung Nancy, doch das Auto, welches wir an einem Ort abstellten, den wir fälschlicher Weise für den Bahnhof hielten, war plötzlich, genau wie der pseudo-Bahnhof nicht mehr zu finden.

Karten halfen leider auch ausgesprochen wenig, da wir zwar den Bahnhof fanden, dieser allerdings ein anderer war, als der vor uns zum Bahnhof erklärte Ort. Nach guten 2 Stunden Umhergeirre meinte das Schicksal es dann doch noch gut mit uns und wir fanden das Auto. Ausserordentlich glücklich es endlich geschafft zu haben fuhren wir voller Tatendrang los, doch Metz war noch lange nicht fertig mit uns. Es ließ uns nicht gehen und auch der Routenplaner fand keinen Ausweg. Es wird keine Gnade geben und so. Wir saßen also im Auto, welches mittlerweile begann merkwürdige, noch relativ leise Geräusche, von sich zu geben und versuchten aus Metz in Richtung Nancy zu entkommen. war nicht drin. wir fuhren einmal durch die Stadt. Schilder? Fehlanzeige! wir fuhren ein zweites mal durch die Stadt. Weder Rettung noch Hoffnung in Sicht. ich begann alle Straßennamen die an mir vorbeiflogen hektisch in den Routenplaner einzutippen, um eine ungefähre Ahnung zu bekommen in welche Richtung wir denn überhaupt fuhren.  Nach Stunden des Rumkurvens und an Orten auftauchen, an denen wir schon etliche Male zuvor waren, ohne überhaupt hinzuwollen, schafften wir es mit Glück der verfluchten Stadt ein Schnippchen zuschlagen und zu fliehen. Zwischenzeitlich verfolgten wir noch das Ziel einen ausgeschilderten(!) Supermarkt mit dem Namen Intermarché zu finden, was auch irgendwann klappte, und nein es war nicht einfach obwohl ausgeschildert. Dort angekommen hatte ich die Intention  mir einen Schlafsack plus Sonnencreme zuzulegen, das Problem war nur, der scheiß Supermarkt in scheiß Metz war scheiß  teuer, genauer: man hätte für Sonnencreme mindestens 10 und für nen Schlafsack minderwertiger Qualität 17 Euro blechen müssen.Nicht mit uns, ihr Idioten.

Der Weg nach Nancy war ein ausgesprochenes Kinderspiel, da dieser scheinbar nicht verflucht war und man das ein oder andere Schild, bei genauem hinschauen, entdecken konnte, welches den ein oder anderen Ort und die Richtung in der dieser liegt offenbarte.  Wir fuhren über Landstraßen direkt an der Moselle entlang und beschlossen, dann zu halten um am  Fluss zu liegen und ein wenig in der Sonne zu faulenzen. Wir gingen also am Fluss entlang fanden ein schönes Plätzchen unter Bäumen,welche sich schnell als tückische Schleimtropfende Biester herausstellten. Aber davon ließen wir uns nicht verschrecken und blieben eine ganze Weile. Dann wollte ich lecker Dosenessen aufwären und anschliessend schnabulieren,da der Kartoffelsalat plus Frikadellen , von welchen ich bis dato gelebt hatte, aufgebraucht war. Dennis stellte mir also stolz die Kartusche und das Ventil ,also augenscheinlich die optimalen Zutaten für einen Gaskocher, zur Verfügung. Ich wollte sie zusammenbauen:

Ich: „hmm… passt irgendwie nich so ganz, scheint sich um zwei verschiedene Systeme zu handeln.

Dennis: „nein, es gibt nur ein System, lass mich mal.“

Er fingert 10minuten an dem Ding rum und muss zu dem Schluss kommen, dass es nicht passt, gibt allerdings nicht zu, dass es sich doch um zwei unterschiedliche Systeme handelt.

Naja, dann halt lecker kalte Dosenravioli. Klingt eklig, is es auch. Aber in der Not frisst der Teufel Fliegen (hier: ich = Teufel, kalte Ravioli = Fliegen). Letzendlich war es ja doch garnicht so schlimm, der Dramaturgie wegen, bin ich allerdings gezwungen, es so darzustellen.

Nach etwa 3 Stunden am See brachen wir erneut auf und suchten einen neuen Ort um das  Nachtlager aufzuschlagen. Unsere Augen waren nun geschult und wir fanden recht schnell ein ländliches Dorf inklusive grüner Wiesen. Dort stellten wir unser Auto ab und maschierten Richtung Wald, um das Gelände zu erkunden und den optimalen Platz auszumachen. Fanden den auch recht flot. Am Waldesrand hinter einem merkwürdig ausseheneden Steingebäude, über dessen Funktion ich mir immernoch nicht im klaren bin, jedenfalls schien es ausser Betrieb zu sein. Unser Zeltequipment war noch im Auto, also machten wir uns auf den Weg zu diesem. Was sich erneut als recht schweres Unterfangen offenbarte. Denn da wir dachten einen schnelleren Weg, als den Hinweg zu finden, gingen wir in eine andere Richtung und verliefen uns erneut… dieses mal aufgrund der absolut absurden Straßenführung, welche anscheinend völlig unnachvollziehbar, ohne erkennbares Muster  auf das Dorf geklatscht wurde. Wieso weiß kein Mensch, allerdings scheint es in Frankreich zum guten Ton zu gehören, ganz komische Entscheidungen betreffend der Infrastruktur zu fällen. Wenigstens wieder was gelernt. Und das Auto fanden wir schliesslich nach einer gewissen Zeit auch wieder , genau wie den ausgewählten Zeltplatz. Dieses mal sollte mir allerdings nich so ein Lapsus wie der ersten Nacht, die ich nur mit Ach und Krach und einer schmerzenden Niere überstand, unterlaufen. Also beschloss ich meine komplette Kleidung, die ich auf die Fahrt mitnahm, anzuziehen. Das waren dann 2 Unterhemden, Thermounterwäsche, 2 Paar Socken, Jogginghose,         2 T-shirts, 3 Pullis und 2 Jacken. Kaum noch bewegungsfähig legte ich mich ins, mittlerweile halbtkaputte, Zelt (eine Stange war gebrochen, welche wir irgendwie provisorisch mit Seilen stabilisierten).

Die Nacht konnte kommen und  ich würde ihr dieses Mal in ihre kalte Fratze spucken. Sie kam auch und ich schlief im Zelt wie ein Embryo im Bauch seiner Mutter. Allerdings kam ich nich drum rum, das ein oder andere mal von Dennis unerträglichem Schnarchen oder von einem Geschrei, dessen Verursacher dem Geräusch nach nur eine Mischung aus Schwein und Frau sein konnte, welche scheinbar geschlachtet, vergewaltigt oder sonst was wurde,aufzuwachen. Naja jedefalls schrie das Frau-Schwein die Nacht durch immer wieder Mal, was Dennis dazu veranlasste sich im Schlafsack komplett anzuziehen und folglich totzuschwitzen, da er jederzeit bereit sein wollte vor dem Wesen zu fliehen, falls es sich denn plötzlich dafür entscheiden sollte uns einen Besuch im Zelt abzustatten. tat es zum Glück nicht und somit blieb auch Dennis Pfefferspray für Tiere ohne Verwendung.

8 Stunden Schlaf. Purer Luxus. Nichtmal Rückenschmerzen. Fantastisch. Wir brachen auf und schländerten durchs Dorf, das halb kaputte Zelt ließen wir auf der Wiese. Die Menschen und Tiere dort guckten uns in der Regel sehr doof an,  besondere Hervorhebung gebührt einem kleinen Schaf, welches sich fast den Kopf verdrehte, um uns während des Vorbeigehens ununterbrochen anzustarren. Scheinbar riechen sie, dass wir nicht hierher gehören. Es kommt einem vor wie in nem fucking Horrorfilm.  Also schnell ins Auto und ab Richtung Nancy. Was ebenfalls kein Problem war, denn Nancy ist schliesslich nicht Metz (alte chinesische Weisheit) . So, wir parken also das Auto auf nem ausgeschilderten Parkplatz, neben einem riesen Torbogen (Arc) dessen Namen ich mir noch notiere, obwohl ich mir denke : „hmm ein Torbogen , da brauch man sicher keinen Namen, so viele riesige Torbögen gibt es sicher nicht“…gibt es doch. Naja dazu später. Wir sind also auf dem Parkplatz der sich vor einer Art Berufschule, mit entsprechend vielen Schülern davor, befindet. Ich hab noch meine 10 Schichten an , Dennis auch noch sein Frau-Schwein-Entkomm-Outfit. Dann muss man sich schonmal vor nem Haufen lustig dreinblickender Franzosen umziehen, aber was solls.

Und nun auf in die Stadt. Ohne nen Plan gehts los. Aber wir finden dennoch schnell ins alte Stadtzentrum, welches sich durch unendlich schöne Gebäude und Plätze auszeichnet, doch viel mehr dadurch, dass scheinbar alles vergoldet ist und an wirklich jeder ecke riesige Torbögen stehen. Nancy die Stadt der Torbögen und Vergoldung. Eine gute Stadt. Wir gehen in den nähesten Stadtpark und essen erstmal Dosenfutter auf ner Bank, Er Mais, Ich Gulasch. Kalt selbstverständlich. Die üblichen doofen Blicke der Franzosen, aber man hat sich ja doch schon dran gewöhnt.

Und dann das Highlight des Parks. Ein verfluchter kleiner Zoo! Mitten im Park! Mit allem drum und dran: Äffchen, Pfauen, Steinböcken, Enten, Schwänen etc. Welche sich alle recht untypisch verhiehlten.

Die Vielzahl der Pfauen hatte es sich im Geäst eines Baumes gemütlich gemacht, was sehr lustig aussah, andere liefen einfach frei in der Gegend rum. Und 2 Tiere, eine Mischung aus Gans und Schwan, die ich zuvor nie gesehen habe, stritten mit einer ganz seltsamen Ente, was ausserordentlich lustig war. Wir beobachteten den Disput eine Weile und gingen dann weiter zu den Affen, welche sich ebenfalls sehr lustig verhielten. Einer versuchte sich zum Beispiel einen Ausweg auf dem Käfig zu graben und hatte schon ein Loch von beachtlicher Größe in den Fels gekratzt. Er wollte offenbar fliehen.

So.

Genug vom Zoo. Wir machten uns auf Richtung Auto, doch vorher noch schnell in den Park gepinkelt ,im Stile wahrer Vagabunden, weil zu geizig für 20cent Toilettengebühr. Dann durch die Stadt. Auto auf Anhieb gefunden(„war ganz einfach“). Und nun sollte es wieder nach Deutschland gehen. Eigentlich war ein längerer Aufenthalt geplant, doch aufgrund akuten Zeltmangels war dieser nicht mehr möglich. Also Netbook raus, welches mittlerweile nur noch 14% Akkuleistung besaß, und schnell nen Plan rausgesucht, welcher uns in die Heimat führen sollte. Und wo muss die scheiß Route wieder durchführen? Genau! Durch das verhasste Metz. Herz des allen Unglücks und Zuhause allen Böses. Ne alternative Route suchen war nicht drin, denn der Akku gab den Geist auf, zudem waren wir naiv genug zu glauben, es wäre nun leicht durch Metz zu manövrieren, da wir ja schon überall waren. Pustekuchen. Aber erstmal aus Nancy raus und nochmal schnell nen Ort an der Moselle gesucht um den letzten Tag in France zu geniessen. Es sei nochmal erwähnt, dass das Auto inzwischen schon sehr laute Geräusche von sich gab und wir nicht schneller als 80 fahren konnten , aus Angst, es und wir könnten in alle Einzelteile zerspringen. Das steigerte den Stress ungemein. Wir brauchten Entspannung und hielten in nem Dorf , welches doch gefälligst einen guten Platz am Fluss bieten solle. Der Fluss aber war erstmal von einem Zaun umgeben, welchen wir im Stile wahrer Vorzeigeathleten überwanden(hab mir mein Shirt eingerissen), nur um festzustellen, dass man hier absolut nich Baden kann. Wir also auf dem Weg zurück zum Auto, da taucht doch plötzlich ein garstiger Hund auf, welcher scheinbar nur die Intention verfolgt hat mich bei lebendigem Leibe zu verfleischen, und einen ausgesprochenen scheiß drauf gibt was sein Herrchen ihm aufgebracht zuruft, Hunde verstehen wohl kein Französisch. Zum Glück trennten mich und den Hund noch den vorher überwundenen Zaun, denn sonst wärs das wohl gewesen mit good old Cona. Puhh. Nicht zerfleischt gingen wir weiter zum Auto und entschlossen schnellst möglich nach Deutschland zurückzukehren. Naja die Rechnung ohne le Metz gemacht. Selbstverständlich erneut verfahren und ich habe mich meinem Schicksal, auf ewig in Metz zu leben, bereits gefügt. In Dennis flammte allerdings  noch ein wenig Hoffnung auf, welche uns dann auf die Autobahn gen deutschland brachte, trotz der ein oder anderen falschen Anweisung mit der ich uns wieder in die Bredoullie brachte.

Die Geräusche des Autos waren nun nichtmehr zu beschönigen, alles wackelte und vibrierte und ich dachte schon: „Cona, dass wirst du höchst wahrscheinlich nicht überleben.“ Mit Todesängsten beschäfftigt, aber immernoch den ein oder anderen makaberen Witz auf den Lippen und Situation ins lächerliche ziehend, erreichten wir Saarbrücken und entschieden uns dann nach langem hin und her letztenendes dann doch dafür, eine Werkstatt aufzusuchen und nicht die restlichen 200km zu fahren, hier sei gesagt, dass ich die entgültige Entscheidung fiel, was Dennis dann, trotz Haderns an der Richtigkeit dieser , aktzeptierte.

Saarbrücken. Ne tolle Stadt, man fährt von der Autobahn ab und muss erstmal ne Stunde rumkurven bis man dann letztendes im Zentrum ist. Zumindest haben wir dann bei ner Tankstelle halten können und zusätzlich zum Bezin, gabs auch eine eine Werkstatt. Wir erklärten dem Mechaniker also unser Problem und er untersuchte das rechte Rad, von welchem das laute Geräusch unserer Meinung nach ausging. Dennis erklärte dem Mechaniker im Stile eines wahren Fachmanns, dass  wohl der  defekte Dämpfer Verursacher der Geräusche sei. Dieser fand allerdings nichts am von uns beschriebenen Rad. Er bockte das auto also auf der anderen Seite auf und stellte fest, dass das linke Vorderrad unfassbar stark wackelte. alle Schrauben waren fast komplett gelöst. Er guckte uns fassungslos an und fragte „ wer hat denn bei euch die Sommerreifen aufgezogen?!“ es war Experten-Dennis, welcher scheinbar vergaß die Schrauben dieses Rads richtig anzuziehn. Der Mechaniker warf seinen fassungslosen Blick Richtung Mitarbeiter, welcher ihm beim überprüfen der Räder unterstütze, und fragte ihn „wie lange der Reifen wohl noch am rechten Fleck geblieben wäre“ seine Antwort war „20km“.

Wie gesagt hatten wir noch 200km Fahrt vor uns. In meinem Kopf spielten sich Szenarien ab, in welchen sich das Rad vom Rest des Autos verabschiedet und wir nach links in die Leitplanke rasen um wenig später vom nächsten kommenden Auto den unvermeidlichen Todesstoß zu erhalten.

Dennis und ich gucken uns an.

Ich muss lachen.

Ein unendlich befreites Lachen.

Ein Lachen in welchem sich pure Lebensfreude widerspiegelt.

Den Rest des Weges  schmunzele ich unterbrochen. Nach langer Zeit weiß ich wieder, wie gut es ist zu leben und schätze diese Erkenntnis ungemein. Wir haben alle Eile verloren und fahren nur noch mit 80 hinter LKWs her. Alle Hektik  des Lebens scheint wie weggeweht und durch absolute Gelassenheit und Positivität ersetzt worden zu sein. Dass wird wohl auch eine ganze Weile so bleiben.

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Freunde der Nacht

27/01/2011 by

Freunde der Nacht mögen die Nacht,

schlafen lieber am Tag!

 

Freunde der Nacht tanzen,

die ganze Nacht!

 

Freunde der Nacht sind Träumer,

jedoch bevorzugt am Tag!

 

Freunde der Nacht,

oh Freunde der Nacht!

 

Aus

 

Ein Bild: Im kleinen Café

21/01/2011 by

Ich sitze hier schon seit Stunden und trinke einen lauwarmen Kaffee. Es ist nicht besonders besucht, was eine heimische und guttuende Atmosphäre erzeugt. Ich spüre die Verbindung zu den anderen Gästen, die nicht besonders fröhlich wirken. „Was hat euch das Leben angetan?“, denke ich mir. Wurdet ihr genauso wie ich, vom Leben ignoriert? Der Mann rechts neben mir scheint besonders unglücklich zu sein. Dies verrät sein langanhaltender Gesichtsausdruck, der seit Jahren nicht mehr vom Glück besucht worden ist. Plötzlich betritt ein gut gelaunter Clown auf einem Miniatur-Fahrrad das Lokal. Die Stimmung schwenkt in pure Heiterkeit und Euphorie um. Der Clown mit dem Namen „Smile“ versucht einen äußerst schwierigen Hasentrick vorzuführen. Leider scheitert er und wird von den jetzt lustigen Gästen umgebracht, was wiederum eine negative Stimmung verbreitet. Die Gäste widmen sich, wieder traurig und einsam, ihren Kaffees.

Servus

20/01/2011 by

Liebe Leser,

der meines Erachtens höchst beeindruckende BloGGitanius hat einen neuen Autor, nämlich mich. Es wird höchste Zeit, dass die Welt die Wahrheit erfährt, deswegen bin ich hier. Ich freue mich Geschichten, Memoiren und Ähnliches aus meinem Leben hier zu posten.

Vielen Dank für die Einladung Lorenz.

Mit diesem Bild möchte ich mich bei dir bedanken. Bild L´Amour:

der Projekt-Bart

05/01/2011 by

Wie soviele Männer von Welt vor mir, habe ich mich nun entschlossen  mir einen Projekt-Bart wachsen zu lassen.

Das heisst ich werde mich solange nicht rasieren, bis es mir unendlich auf die Eier geht, was vermutlich ein ganzes Weilchen dauern wird. Ich werde nun wöchentlich ein Foto des Projekt-Barts in diesem Blog veröffentlichen, um euch an ihm teilhaben zulassen.

Woche1

(nach einer Woche)

(nach 2 wochen)

huji

(nach 3 wochen)

hier noch eine kurze Definition eines „Projekt-Barts“:

ein „Projekt-Bart“ ist keines Wegs mit einem normalen Bart zu verwechseln. Er dient weder modischen, noch thermischen Zwecken. sein Ziel soll die Auslotung der eigenen Grenzen, Selbsterkenntnis , sowie die absolute Erfüllung.

Große Menschen vor mir haben den „Projekt-Bart“ auf Grund dieser Eigenschaften eingesetzt. Unter anderm der Weihnachtsmann, welcher kurz darauf erkannte, dass es seine Bestimmung sei den kindern der welt einmal im jahr eine freude durch das schenken von spielzeug zumachen. Oder als Negativbeispiel Osama bin Laden, welcher durch den „Projekt-Bart erkannte“, dass er ein wahrer Bösewicht sei und sich umgehend dem Terror widmete.

Gato

Ein Haiku am Morgen…

04/09/2010 by

Unterhemd unter

Hemd du Oberteil meiner

Träume – einfach gut.

14/08/2010 by

Traumhafte Impression

13/08/2010 by

‚Oh Gott, wie siehst du denn aus?’, fragte er, als Tom die kleine Wohnung betrat. Seine khakifarbende Kordhose war an den Knien heftig aufgerissen und das Markenshirt, welches ihn einige Monate zuvor fast ein Zehntel seines Monatseinkommens gekostet hatte, war ebenfalls nur noch ein Schatten seiner selbst. Aus den Löchern in der Hose trat wenig Blut aus, genauso wie aus den Wunden an seinen Ellenbogen. ‚Au Mann – seh ich echt so zerfleddert aus?’ Sein Tonfall bei dieser Frage war ein bemerkenswerter. Er schien nicht wirklich traurig, sauer oder gar wütend angehaucht zu sein, sondern klang eher nach einer inneren Resignation über ein Szenario,  das er selbst nicht fassen konnte. Allerdings erschien dieses ihm so absurd, dass in seiner Stimme auch ein gewisser Anteil Humor mitschwappte. ‚Nun erzähl schon! Hast du dich mit irgendjemandem geprügelt?’ ‚Ach Thomas, da war wieder dieser Flipperspieler, der sich neulich versucht hat, sein eigenes Bein auszureißen.’

Der kleine, diebische Affe namens ‚Rotklaus‘

13/06/2010 by

‚Hallo, ich bin ein Affe mit dem Namen Rotklaus‘, diese Geschichte tischte er jedem auf. Sicherlich stellt ihr euch jetzt die Frage von wem hier die Rede ist. Ich werde euch diese Frage beantworten. Es geht um einen kleinen Affen der einst in einem riesigen Zirkus Kunststücke vorführte. Rotklaus fühlte sich in diesem Zirkus nicht wohl. Immerwieder kam der Zirkusdirektor namens ‚Fieslingus‘ und trietzte ihn und scheuchte ihn herum. Von Zeit zu Zeit musste Rotklaus sogar das Klo putzen. Das gefiehl im garnicht. Er wollte etwas von der Welt sehen und nicht immer nur im Zirkuszelt herumschuften um hin und wieder einen Abend in der Manege zustehen – obwohl er ein wahrlich guter Artistenaffe war.

Eines Abends brach Rotklaus aus dem Zirkus aus. Er hielt es nicht mehr aus und schlüfte einfach durch ein kleines Loch in dem Zirkuswagen von Direktor Fieslingus. Ihn zog es zu dem Hafen – schon immer reizte ihn das große Meer welches für ihnen keinen Namen hatte. Als er dort ankam kroch er in eine Kiste mit der Aufschrift ‚New York‘. Er wusste nicht was es bedeutet und es war ihm egal. Er wusste nicht das ihm das größte Abenteuer seines kleinen Affenlebens bevorstand.

Plötzlich wurde die Kiste in der er sich befand umhergeschüttelt und in einen dunklen Raum gestellt. Rotklaus bemerkte es, weil er durch die kleinen Lichtschlitze in den Kistenwänden kein Licht mehr wahr nahm. Danach passierte für mehrere Stunden nichts. Er war sich nicht sicher ob es sich um Stunden, Tage oder Wochen handelte. Er verspürte keinen Hunger. Er hatte nämlich einen guten Vorrat Haferschleim in seinen dicken Affenwangen gespeichert. Er merkte aufeinmal wie sich die Kiste wieder in Bewegung setzte – sie schien durch die Luft gewirbelt zu werden. In dem nächsten Moment öffnete sich die Kiste und Rotklaus vernahm nur ein ‚Was ist das denn da für ein kleiner Halunke?‘ . Er machte sich schnell aus dem Staub und lief in einen nahegelegenen Park.

Zwei Tage und Nächte lebte Rotklaus nun in einem Baum. Die ganze neue Gegend war ihm unheimlich und der Haferschleimvorrat in seinen Wangen lichtete sich beträchtlich. Er brauchte demnächst neuen Haferschleim – er mochte nämlich nur Haferschleim. Hinzu kam noch, dass der Haferschleim unbedingt mit roter Lebenmittelfarbe gefärbt sein musste, denn sonst mochte Rotklaus ihn nicht.

So begab er sich also in ein kleines Geschäft in der Nähe des ihm seit zwei Tagen bekannten Parks. Er freute sich – hihi. Da er kein Geld hatte blieb ihm nur die Möglichkeit die notwendigen Lebensmittel zu stehlen. Er griff also in das Lebensmittelfarberegal und nahm rote Lebensmittelfarbe. Im nächsten Moment nahm er den Hafenschleim aus der Box gegenüber. Er konnte nicht mehr warten und musste es direkt verputzen. Noch in dem Geschäfte packte die Zutaten aus und färbte seinen Haferschleim rot. Im selben Moment bildete sich eine Menschentraube um ihn und ein hagerer Mann schritt aus der Masse hervor packte ihn am Kragen lachte laut und raute durch den ganzen Saal: ‚Schaut mal her Leute – ein echter Rotklaus!‘.

( Und die Moral von der Geschicht – wenn man Sachen klauen will, dann muss man das so machen, dass es keiner merkt, sonst bekommt man einen eigentlich unpassenden und unwitzigen Spitznamen aufgedrückt und wird in einer völlig an den Haaren herbeigezogen Geschichte erwähnt.)

Gewinner-Logbuch 09/05/10

09/05/2010 by

Liebes BloGGitagebuch,

Wir schreiben Sonntag, den 9. Mai 2010 – es ist Muttertag. Ich befinde mich in einer kleinen Nische in einem dunklen Kellergewölbe. Mein Leben ist ernsthaft bedroht. Das Wasser steht mir bis zum Hals, Tendenz steigend. Wie soll ich hier nur rauskommen? Egal. Wichtiger ist, dass diese Informationen die Außenwelt erreichen. Ich habe eine schreckliche Entdeckung gemacht.

Alles begann damit, dass ich nach einer durchzechten Nacht vor meiner Haustür stand und nach meinem Schlüssel suchte, dann wurde es mir klar: Es war Muttertag. Das wäre ja nicht weiter schlimm gewesen, wenn ich denn ein Geschenk für sie besorgt hätte. Glücklicherweise kam mir die großartige Idee, ein paar Blumen aus Nachbars Garten zu stibitzen. Doch als ich sie ihr überreichte kam es, wie es kommen musste – sie warf mich hochkant aus dem Haus und schrie mich an, ich solle mich zum Teufel scheren.

Nun saß ich da, verschwitzt, müde und mit blutigen Händen von den Rosen, über die sich meine Mutter scheinbar nicht besonders gefreut hatte. Ich kam ins Grübeln und mir wurde klar, dass meine Sinne vielleicht doch von allerlei Einflüssen¹ etwas benebelt waren. Verschlafen schleppte ich mich in Richtung Park und legte mich auf eine Bank. Wie ich es vor dem Schlafen stets zu tun pflege, klopfte ich auf den Boden unter mir – kurz, lang, kurz, lang, lang und noch dreimal kurz – plötzlich begann die Bank, sich zu drehen und ich fand mich in einem schwach ausgeleuchtetem Gang wieder.

Meiner aufgeschlossenen Neugier – die mich zu so einem interessanten und großartigen Menschen macht – ist es zuzuschreiben, dass ich, anstatt durch den Ausgang zu türmen, den Gang entlang schlenderte und versehentlich einen Knopf drückte, der daraufhin den Alarm auslöste. Prompt kamen Nacktäffchen-Wachen angeflogen. Mehrere Stunden lang rung ich mit etwa zwölf von ihnen, als schlussendlich die von  ihnen angeforderte Verstärkung eintraf. Gemeinsam überwältigten sie mich und sperrten mich in diese kleine nischenartige Zelle.

Sollte ich das alles hier überstehen, werde ich euch ausführlich davon berichten, wie ich es geschafft habe… bitte verbreitet die Kunde, dass es sie tatsächlich gibt – eine gefährliche Armee von Nacktäffchen. Man munkelt, einer ihrer Schläfer sei in einer hier in Göttingen ansässigen Band untergekommen, um Informationen über die lokale Partykultur zu sammeln. Seid auf der Hut!

¹ ja, ich hatte vergangene Nacht tatsächlich sehr viel Zucker im Blut…